Wignacourt Museum in Rabat: Haus, Kunst und Untergrund
Das Wignacourt Museum in Rabat ist in einem barocken Gebäude untergebracht, das ursprünglich den Kaplänen des Johanniterordens als Residenz diente. Seine Geschichte ist eng mit dem benachbarten St Paul’s Grotto verbunden: Das Museum gehört zu einem religiösen Komplex, dessen Wurzeln in der frühen christlichen Überlieferung Maltas liegen. Das Haus selbst wurde im 18. Jahrhundert fertiggestellt und bewahrt heute Sammlungen, die Kunst, Religion und Stadtgeschichte zusammenführen.
Barocke Residenz und Pauline-Komplex
Das Museum trägt den Namen von Großmeister Alof de Wignacourt, der von 1601 bis 1622 regierte und mit der ursprünglichen Stiftung des Gebäudes verbunden ist. Die Anlage wurde 1749 vollendet. Sie liegt außerhalb der ehemaligen römischen Stadt Melite und ist baulich mit der St Paul’s Grotto verbunden. Diese Verbindung macht das Haus zu mehr als einem einzelnen Museum: Es steht innerhalb eines religiösen und archäologischen Ensembles, das unterschiedliche Schichten der Geschichte Rabats zusammenbringt.
Der Untergrund des Komplexes umfasst nach Angaben des Museums punische, römische und christliche Hypogäen mit architektonischen Details. Hinzu kommen Schutzräume aus dem Zweiten Weltkrieg mit zwei Hauptkorridoren und etwa fünfzig Räumen. Auf Erdgeschossniveau lagen Räume für Büros und kleinere Sammlungen; auf der anderen Seite befand sich ein großer Garten mit ehemaligen Wirtschaftsbereichen der Kapläne. Das Gebäude vereint damit religiöse Nutzung, Sammlungsräume, unterirdische Archäologie und die spätere zivile Schutzfunktion.
Kunstsammlung und religiöse Zeugnisse
Die Museumsräume zeigen Werke und Objekte mit engem Bezug zur katholischen Geschichte Maltas. Die offizielle Sammlung umfasst unter anderem die Grotto Gallery, Reliquien und Reliquiare, eine Replik des Turiner Grabtuchs sowie Gemälde von Antoine Favray und Mattia Preti. Hinzu kommt eine Skulptur des heiligen Paulus von Melchiorre Cafà. Die Zusammensetzung macht sichtbar, wie Kunst, Andacht und lokale Geschichte im Haus miteinander verwoben sind.
Die unterirdischen Bereiche bilden einen anderen Teil des Erlebnisses als die Obergeschosse. St Paul’s Grotto, Hypogäen und Kriegsschutzräume gehören zwar zu demselben Komplex, haben aber verschiedene historische Funktionen. Wer diese Unterschiede nachvollzieht, kann zwischen der religiösen Überlieferung rund um Paulus, älteren Bestattungs- und Kultstätten sowie der Nutzung während des Zweiten Weltkriegs unterscheiden. Die St Paul’s Catacombs sind ein separates archäologisches Ziel in Rabat und sollten nicht mit den unterirdischen Bereichen des Museums gleichgesetzt werden.
Rabat und Mdina als historische Nachbarn
Das Museum liegt im historischen Ortsraum von Rabat, direkt neben Mdina. Beide Orte sind eng verbunden, unterscheiden sich aber in ihrem Stadtraum und ihrer Rolle. Der geschichtliche Rahmen Maltas hilft, römische, christliche und ordenszeitliche Zeugnisse in eine längere Entwicklung einzuordnen. Für den Museumsvergleich bieten die Museen auf Malta weitere Zugänge zu Archäologie und Kunst.
Das Wignacourt Museum ist daher besonders für Reisende interessant, die mehrere Zeitschichten an einem Ort betrachten möchten. Das barocke Haus, seine Kunstsammlung und die unterirdischen Bereiche erschließen verschiedene Themen und sollten als getrennte Besuchsbereiche verstanden werden.