Domvs Romana: römisches Wohnhausmuseum in Rabat
Die Domvs Romana in Rabat bewahrt die Reste eines römischen Wohnhauses und macht daraus ein kleines archäologisches Museum. Besonders bekannt sind die Mosaiken des Hauses, die 1881 zufällig entdeckt wurden. Mosaiken und Funde dokumentieren die Ausstattung eines wohlhabenden römischen Hauses.
Ein Wohnhaus, das 1881 wiederentdeckt wurde
Die zufällige Entdeckung von 1881 führte zum Bau des ersten eigens für den Schutz einer archäologischen Stätte und ihrer Sammlung errichteten Gebäudes auf den maltesischen Inseln. Das 1882 eröffnete Museum nahm neben den Funden des Hauses auch römische Altertümer aus anderen Teilen Maltas auf. So verbindet die Domvs Romana die Geschichte eines Wohnhauses mit einer Sammlung, die den archäologischen Befund des gesamten Archipels erweitert.
Im Lauf seiner Geschichte wurde das Museumsgebäude mehrfach verändert. Eine Fassade mit Dreiecksgiebel und ein großer rechteckiger Ausstellungsraum kamen hinzu. Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Museum geschlossen und wurde als kleine Restaurierungsstelle genutzt; 1945 öffnete es wieder für das Publikum. Die viktorianischen Vitrinen wurden im Lauf der Zeit modernisiert.
Mosaike und Innenräume
Die Mosaiken gehören zu den eindrucksvollsten erhaltenen Elementen der Anlage. Steinchen fügen sich zu geometrischen Feldern und ornamentalen Motiven, deren sorgfältige Ausführung auf die Bedeutung repräsentativer Räume schließen lässt. Neben Bodenbelägen sind auch architektonische Reste erhalten, die bei der Vorstellung des einstigen Hausgrundrisses helfen. Die kunstvolle Gestaltung der Mosaike verweist auf die aufwendige Ausstattung des Hauses.
Das Museum und seine Sammlungen
Die Ausstellung gliedert den römischen Haushalt nach familiären Rollen, Kleidung, Bildung, Unterhaltung sowie Speisen und Getränken. Eine besondere Gruppe bilden Marmorstatuen von Kaiser Claudius und seiner Familie: Solche Bildwerke standen gewöhnlich in öffentlichen Räumen, in der Domvs Romana sind sie dagegen mit einem Privathaus verbunden. Das Museum und die archäologischen Überreste sind laut Heritage Malta vollständig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Einordnen zwischen Rabat und Mdina
Vom eigentlichen römischen Stadthaus ist nur wenig erhalten. Die Mosaiken und weiteren Artefakte sind deshalb wesentliche Zeugnisse seiner einstigen Pracht. Ein besonderes Detail ist das Taubenmotiv des Mosaizisten Sosos auf dem zentralen Emblema des Impluviums im Peristyl. Dieser erhaltene Bildschmuck verankert die Ausstellung in einem konkreten Bereich des Hauses.
In Rabat erinnert die Domvs Romana an eine römische Wohnkultur, die sich von den Bestattungsanlagen der St.-Pauls-Katakomben unterscheidet. Der Ort gehört zur historischen Umgebung von Rabat, nahe der befestigten Stadt Mdina. Als eines der Museen auf Malta zeigt das Haus römische Mosaike, Haushaltsleben und ungewöhnliche private Bildwerke. Diese Funde ergänzen die Geschichte Maltas um konkrete Zeugnisse des Wohnens und der Familienrepräsentation.