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Tarxien-Tempel

Die Tempelanlage von Tarxien besteht aus vier megalithischen Strukturen, die zwischen etwa 3600 und 2500 vor Christus errichtet wurden. Später wurde der Ort erneut genutzt: Für die Bronzezeit belegen Funde eine Wiederverwendung zwischen ungefähr 2400 und 1500 vor Christus, unter anderem als Brandbestattungsplatz. Die Bauphasen zeigen, wie sich der steinzeitliche Zeremonialort über lange Zeit wandelte und in der Bronzezeit eine neue Nutzung erhielt.

Steinbecken in der Tempelanlage von Tarxien Steinbecken vor megalithischen Steinwänden in der Tempelanlage von Tarxien. Foto: Nigel Hoult · CC BY 2.0 (verkleinert)

Vier Baukörper und unterschiedliche Grundrisse

Die östlichste und älteste Struktur entstand ungefähr zwischen 3600 und 3200 vor Christus. Sie ist nur noch bis nahe an die heutige Bodenhöhe erhalten, ihr fünfapsidiger Grundriss bleibt jedoch erkennbar. Der südliche Tempel gehört zu den am reichsten dekorierten megalithischen Bauten Maltas. Reliefs und der untere Teil einer kolossalen, bekleideten Figur gehören zu seinen auffälligsten Bildwerken. Der Osttempel zeichnet sich durch sorgfältig gearbeitete Steinplattenwände und sogenannte Orakellöcher aus.

Der zentrale Tempel besitzt einen einzigartigen sechssapsidigen Grundriss. Hinweise auf eine gewölbte Dachkonstruktion unterscheiden ihn zusätzlich von den anderen Bereichen. Zusammen lassen die Bauten erkennen, dass die Anlage nicht in einem einzigen einheitlichen Schritt entstand. Unterschiede in Grundform, Steinbearbeitung und Ausstattung dokumentieren die Entwicklung der Anlage.

Reliefs, Altäre und die Wiederverwendung in der Bronzezeit

Zu den Steinreliefs gehören Darstellungen von Haustieren und Spiralen. Auch Altäre und verzierte Steinblöcke gehören zur Anlage; in einem Altar wurden ein Feuersteinmesser und Tierknochen entdeckt. Fundlage und Ausgestaltung der Altäre verbinden die Anlage mit rituellen Handlungen. Rollsteine aus der Umgebung wurden als Hilfsmittel zum Transport großer Steinblöcke gedeutet und liefern damit auch Hinweise zur Bautechnik.

Die Überreste von Brandbestattungen im Bereich des Südtempels belegen eine spätere Nutzung als bronzezeitlicher Friedhof. Diese jüngere Phase unterscheidet sich zeitlich deutlich von der ursprünglichen Tempelarchitektur. Wer Tarxien mit anderen prähistorischen Stätten vergleichen möchte, kann zunächst die Übersicht über Tempel auf Malta heranziehen. Die Seite zur Megalithkultur und zum Tempelbau bietet einen breiteren Blick auf die Bauform; der Mnajdra-Tempel ist ein Vergleichsort einer anderen prähistorischen Anlage.

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Entdeckung und heutiger Rundgang

Lokale Bauern entdeckten die Anlage 1913. Sir Themistocles Zammit, damals Direktor der Museen, leitete zwischen 1915 und 1919 umfangreiche Ausgrabungen. Drei der vier Baukörper wurden während dieser Arbeiten wesentlich rekonstruiert; weitere Eingriffe folgten in den 1960er-Jahren. Die heute sichtbare Anlage ist somit sowohl ein archäologischer Ort als auch das Ergebnis früher Konservierungs- und Rekonstruktionsentscheidungen. Diese Geschichte der Freilegung gehört zur Einordnung des Befundes dazu.

Ein Schutzdach bedeckt die Anlage, und ein befestigter Besucherweg erschließt die megalithischen Bereiche. Die Haltestelle Neolitici liegt nahe dem Eingang. Der Vergleich mit Mnajdra zeigt eine andere Ausprägung prähistorischer Tempelarchitektur auf Malta.