Ta’ Ħaġrat bei Mġarr: zwei megalithische Bauten
Ta’ Ħaġrat liegt im Dorf Mġarr und besteht aus zwei unterschiedlich großen megalithischen Bauwerken. Die Anlage gehört zu Maltas prähistorischen Tempelstätten. Das ältere Hauptgebäude besitzt eine halbkreisförmige Fassade mit einem monumentalen Eingang; im Inneren folgen ein rechteckiger Raum und seitlich angeordnete gerundete Räume.
Die beiden Bauwerke
Das kleinere Bauwerk liegt innerhalb des älteren Gefüges. Heritage Malta beschreibt, dass der östliche Raum des Hauptgebäudes verändert wurde, um Platz für den kleineren Bau zu schaffen. Die beiden Anlagen sind daher baulich miteinander verbunden, stammen aber aus unterschiedlichen Bauphasen.
Der größere Bau stammt aus der Ġgantija-Phase von etwa 3600 bis 3200 v. Chr. Sein rechteckiger Hauptraum misst ungefähr 2,5 mal 4,5 Meter; seitliche halbkreisförmige Kammern schließen an. Verwendet wurde Upper Coralline Limestone, ein lokaler Kalkstein. Die monumentale Fassade besitzt eine Bank; dahinter liegt ein von einer erhöhten Steineinfassung begrenzter Hof. Durch den Eingangskorridor gelangt man zu drei Kammern, deren megalithische Türen die Räume verbinden.
Entdeckung und Funde
Vor den Ausgrabungen war der Ort ein kreisförmiger Steinhügel mit einem großen Johannisbrotbaum auf landwirtschaftlich genutztem Gelände. Die Stätte wurde 1917 entdeckt; archäologische Untersuchungen fanden 1923, 1925, 1926, 1953 und 1961 statt. Dabei kam Keramik aus Zeitabschnitten vor und nach der Tempelphase zum Vorschein. Die Funde belegen, dass die Nutzung des Platzes über die eigentliche Bauphase hinausreichte.
Ta’ Ħaġrat wurde 1992 als Teil der UNESCO-Welterbestätte „Megalithic Temples of Malta“ eingetragen. Die megalithischen Tempelanlagen Maltas umfassen auch den Ggantija-Tempel auf Gozo; Ta’ Ħaġrat selbst bewahrt zwei verbundene Baukörper aus unterschiedlichen Phasen.
Im Dorf Mġarr
Heritage Malta beschreibt die beiden Strukturen als gut erhalten. Der Haupteingang wurde 1937 restauriert; dabei erhielt er seinen ursprünglichen Türsturz zurück. Im Herzen des ländlichen Dorfes Mġarr steht die Anlage zwischen heutiger Besiedlung und Ackerland. Als prähistorisches Bauzeugnis gehört sie zur Geschichte Maltas. Ihre Besonderheit liegt in zwei verbundenen, unterschiedlich gestalteten megalithischen Bauwerken.