St John’s Co-Cathedral: Bau und Ordensgeschichte
Die St John’s Co-Cathedral entstand in Valletta als Konventskirche des Johanniterordens. Der Bau begann 1573; 1577 war die Kirche vollendet. Ihr Äußeres folgt einer zurückhaltenden manieristischen Formensprache, während der breite Innenraum und die spätere Ausstattung und Kunstwerke den Raum prägen. Grundriss, Kapellen und Memorialplatten zeigen, wie die Kirche auf das religiöse Leben einer internationalen Ordensgemeinschaft ausgerichtet war.
Girolamo Cassar und der Bau der Kirche
Der Orden beauftragte den Architekten und Militäringenieur Girolamo Cassar mit dem Entwurf. Der rechteckige Grundriss führt durch ein einschiffiges Langhaus zum Hochaltar; das Tonnengewölbe spannt sich über den Innenraum. Zwei Glockentürme rahmen die Fassade. Die zurückhaltende Außengestaltung entspricht Cassars frühem manieristischem Stil.
Großmeister Jean de la Cassière gab das Vorhaben nach der Belagerung von 1565 in Auftrag. Die Ordensritter errichteten ihre befestigte Hauptstadt auf der Sceberras-Halbinsel; die 1577 vollendete Kirche gehörte zu den frühen zentralen Bauten. Ihre Widmung gilt Johannes dem Täufer. Die Belagerung von 1565 ging dem Bau der neuen Hauptstadt voraus.
Die acht Langues und ihre Seitenkapellen
Der Johanniterorden gliederte sich in acht Langues, regionale Gemeinschaften seiner Mitglieder. Jeder Langue war eine Seitenkapelle zugeordnet: Vier liegen auf jeder Seite des Langhauses. Die Gruppen statteten ihre Kapellen aus und gaben ihnen eigene Widmungen. So blieb innerhalb der gemeinsamen Konventskirche die regionale Gliederung des Ordens erkennbar. Die früheren Aubergen in Valletta, in denen die Langues ihre Unterkünfte und Einrichtungen hatten, ergänzen dieses Bild der Ordensorganisation.
Memorialplatten im Langhaus
Den Boden bedecken zahlreiche eingelegte Marmorplatten, die an Ritter und andere Angehörige des Ordens erinnern. Inschriften, Wappen und figürliche Darstellungen verbinden individuelles Gedenken mit der Geschichte der Gemeinschaft. Die Platten liegen im Weg durch das Langhaus und sind daher zugleich Teil der räumlichen Wirkung und ein dauerhaftes Erinnerungsfeld.
Zusammen mit den Befestigungen Vallettas steht die Co-Cathedral für zwei zentrale Aufgaben der neuen Hauptstadt: die Verteidigung der Halbinsel und das religiöse Leben des Ordens.