Lascaris War Rooms: Unterirdisches Hauptquartier in Valletta
Die Lascaris War Rooms liegen unterhalb der Upper Barrakka Gardens in Valletta. Die unterirdische Anlage wurde 1940 eröffnet, um das gemeinsame Hauptquartier der britischen Teilstreitkräfte vor Luftangriffen zu schützen. Während der Belagerung Maltas im Zweiten Weltkrieg befand sich hier unter anderem der RAF Sector Fighter Control Room. Ein Filter Room leitete und sortierte den Radarfunkverkehr; im Anti-aircraft Gun Operations Room wurde die Flugabwehr koordiniert. Die unterirdische Anlage verfügte über mechanische Belüftung, die laut Betreiber bis heute funktioniert. Von hier aus wurde neben der Verteidigung Maltas auch der britische Operationsverkehr im Mittelmeer gelenkt. Jeder Teilstreitkraft stand ein eigener Operationsraum zur Verfügung.
Vom Hauptquartier zum Museum
Die Anlage bestand aus unterirdischen Räumen und Gängen, in denen operative Stellen untergebracht waren. Heute macht das Museum diese vielschichtige Nutzungsgeschichte anhand der erhaltenen Arbeitsräume und ihrer Ausstattung nachvollziehbar.
Der Name verweist auf Juan de Lascaris-Castellar, Großmeister des Johanniterordens. Die Räume liegen in der historischen Befestigungslandschaft Vallettas, doch ihre besondere Geschichte gehört in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegsjahrzehnte. Ein Besuch lässt sich mit den nahegelegenen Upper Barrakka Gardens und einem Spaziergang entlang der Festungen Maltas verbinden.
Besuch und Lage
Der Zugang befindet sich an Lascaris Ditch in Valletta, unterhalb der Gartenanlagen am Grand Harbour. Das Museum ist laut Betreiberseite Montag bis Samstag von 9.30 bis 17.30 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist um 17 Uhr. Aktuelle Eintrittsbedingungen sind auf der offiziellen Besuchsseite der Lascaris War Rooms aufgeführt.
Operationen im Mittelmeer und Nachkriegszeit
Im Juli 1943 nutzten Dwight D. Eisenhower und die alliierten Oberbefehlshaber die War Rooms als vorgeschobenes Hauptquartier für Operation Husky, die Invasion Siziliens. Nach dem Krieg wurde die Anlage zum Hauptquartier der Mittelmeerflotte. 1956 spielte sie während der Suezkrise eine aktive Rolle; 1962 ging sie in volle Alarmbereitschaft, weil ein sowjetischer Raketenangriff auf Malta erwartet wurde. 1967 übernahm die NATO den Komplex als strategisches Kommunikationszentrum, von dem aus sowjetische U-Boote im Mittelmeer verfolgt wurden. Die Nutzung endete 1977.