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Gudja: Zwei Kirchen und die Geschichte von Bir Miftuħ

Gudjas Ortsgeschichte lässt sich an zwei Kirchen ablesen: der älteren Kirche von Bir Miftuħ am Rand des Dorfes und der heutigen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die Verbindung zwischen beiden reicht weiter zurück als das jetzige Gotteshaus. Bir Miftuħ gehörte 1436 zu den zehn Pfarreien Maltas. Das Dorf Bir Miftuħ verschwand später; von ihm blieb die Kirche, die heute zur Pfarrei Gudja gehört. Die Geschichte des Orts ist deshalb nicht nur die eines einzelnen Dorfkerns, sondern auch die einer älteren kirchlichen Landschaft.

Bir Miftuħ und die frühe Pfarrei

Die erhaltene Kirche von Bir Miftuħ erinnert an die Zeit, als dieses Dorf noch eine eigene Pfarrei bildete. 1436 wurde die Kirche erstmals schriftlich erwähnt; Bir Miftuħ hatte damals einen eigenen Priester. Zu jener Pfarrei gehörten neben Gudja auch Luqa, Tarxien, Mqabba, Kirkop, Safi und weitere Siedlungsbereiche. Ihre damalige Ausdehnung war damit deutlich größer als das heutige Ortsgebiet von Gudja. Die Kirche am heutigen Dorfrand ist ein bauliches Zeugnis dieser früheren Ordnung.

Im 17. Jahrhundert war Bir Miftuħ bereits zur Pfarrkirche von Gudja geworden. Die Kirche von Bir Miftuħ ist weiterhin Teil der Pfarrei Gudja. Das macht die Beziehung zwischen dem älteren Kirchenstandort und dem heutigen Dorf besonders greifbar: Der Name und die Pfarreigeschichte blieben erhalten, obwohl der frühere Ort als Siedlung verschwand.

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Die heutige Pfarrkirche

Die heutige Gudja-Pfarrkirche wurde 1656 erbaut und ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht. Die neue Kirche übernahm damit die zentrale Rolle für die Pfarrei, während Bir Miftuħ als älterer Sakralbau bestehen blieb. Die beiden Kirchen markieren unterschiedliche Abschnitte derselben Ortsgeschichte: Bir Miftuħ verweist auf die mittelalterliche Pfarrlandschaft, das Gotteshaus in Gudja auf die spätere Verlagerung des kirchlichen Mittelpunkts. Am 19. Juli 2006 wurde Gudja zur Erzpfarrei erhoben.

Die benachbarte Gemeinde Luqa gehörte einst zum großen Gebiet der Pfarrei Bir Miftuħ. Tarxien war ebenfalls Teil dieser historischen kirchlichen Ordnung; die dortige Tempelanlage erzählt von einer weit älteren Besiedlung Maltas. Einen anderen südlichen Inselort zeigt Marsaxlokk. So lässt sich Gudjas Geschichte in größere regionale Zusammenhänge einordnen, ohne die beiden Kirchen und ihre eigene Entwicklung aus dem Blick zu verlieren.