Marsaxlokk – Fischerhafen und Geschichte am Südufer
Marsaxlokk liegt im Südosten Maltas an einer geschützten Hafenbucht. Der Name verbindet „Marsa“, Hafen, mit „Xlokk“, der maltesischen Bezeichnung für Südostwind und Himmelsrichtung. Der Ort gehört zu den ältesten Fischerzentren der Insel; zugleich zeigt seine Umgebung weit ältere Spuren als die heutige Hafenfront vermuten lässt. Der Hafenort verbindet Fischerei mit religiöser Geschichte, archäologischen Fundorten und einer fortlaufend veränderten Küstenlinie.
Farbige Fischerboote im Hafen von Marsaxlokk auf Malta.
Foto: Tony Hisgett
Fischerei und Entwicklung des Hafenorts
Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Fischerei verbunden. Marsaxlokk blieb lange eine ruhige und eher abgelegene Siedlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen mehr Menschen in den Ort; an der Uferfront entwickelte sich ein offener Markt, auf dem Fisch, Meeresfrüchte und weitere Waren verkauft wurden. Später wuchs die Bebauung mit Wohnhäusern und Gastronomie. Diese jüngere Entwicklung ist am Hafen ablesbar: Die Bucht blieb wirtschaftlicher und sozialer Mittelpunkt, während sich die Nutzung der Uferzone veränderte und stärker auf Besucher ausrichtete.
Zum Fischerhafen gehören Bootsbau, tägliche Arbeit mit Fang und Netzen sowie religiöse Bräuche der Gemeinde am Meer. Die Hafenlage war zugleich für Mächte interessant, die den südöstlichen Küstenraum sichern wollten. Während der Johanniter- und später der britischen Periode wurden Anlagen ergänzt, die den Hafen in größere Verteidigungs- und Marineplanungen einbezogen.
Tas-Silġ und die lange Nutzung der Umgebung
Im Bereich Tas-Silġ finden sich archäologische Spuren aus der Jungsteinzeit und der phönizischen Epoche sowie Überreste einer byzantinischen Kirche und eines Klosters. Weitere Gebäude und Funde belegen die Nutzung des Gebietes während der römischen Zeit und das Interesse der Johanniter am Hafen. Diese Fundschichten zeigen, dass der Küstenraum nicht erst mit dem modernen Fischerdorf wichtig wurde. Marsaxlokk liegt an einem Abschnitt, der über verschiedene Epochen hinweg als Siedlungs-, Kult- und Hafenlandschaft genutzt wurde.
Die Pfarrkirche Our Lady of Pompeii
Bis ins 19. Jahrhundert gehörte Marsaxlokk zur Pfarrei Żejtun. Im späten 17. Jahrhundert entstanden kleinere Kapellen für die Bewohner; 1890 wurde der Bau einer neuen Kirche zu Ehren Unserer Lieben Frau von Pompeji beschlossen. 1897 erhielt der Ort eine eigene Pfarrei. Die Kirche ist kreuzförmig angelegt und besitzt eine Kuppel und zwei Türme. Ihr Bau beruhte auf der Unterstützung der Dorfbewohner und einzelner Förderer. Der Innenraum enthält Gemälde verschiedener maltesischer Künstler sowie Statuen aus Italien und von maltesischen Bildhauern. Damit wurde die Pfarrkirche zum sichtbaren Mittelpunkt einer Gemeinde, deren Selbstständigkeit eng mit ihrer maritimen Wirtschaft verbunden blieb.
Il-Magħluq und die veränderte Uferlinie
Il-Magħluq, wörtlich der geschlossene Einlass, ist ein kleiner geschützter Bereich mit einem sandigen Uferabschnitt. Das Gelände wurde in den frühen 1950er-Jahren dem Meer abgewonnen. Die heutige Bedeutung des Bereichs liegt auch darin, dass sich an ihm die Veränderung der Küste und die Anforderungen an die Infrastruktur zeigen. Wasserzugang, lokale Betriebe und Wegeführung prägen die Nutzung der Hafenlandschaft. Für Besucher ergibt sich ein ergänzender Blick auf die Hafenbucht jenseits des zentralen Uferbereichs.
Wer Marsaxlokk in einen größeren Südausflug einordnet, kann die Ortsgeschichte mit den Nachbargemeinden vergleichen. Żejtun erklärt die frühere kirchliche Zuordnung; Żabbar zeigt einen weiteren Ort im südöstlichen Inselraum. Zur Orientierung dienen außerdem Insel Malta und der Beitrag zum Grand Harbour, einem anderen Hafenraum im Nordosten der Insel. So lässt sich die Fischereibucht in den größeren Küsten- und Siedlungsraum einordnen.
Bild: Tony Hisgett, „Fishing boats at Marsaxlokk 1“, CC BY 2.0. Verkleinert.