Tarxien: prähistorische Tempel und Annunziatenkirche
Tarxien lässt sich an zwei historischen Bauwerken aus weit auseinanderliegenden Epochen ablesen: am prähistorischen Tempelkomplex und an der Pfarrkirche Mariä Verkündigung. Der Tempelplatz gehört zu den größten und komplexesten vorgeschichtlichen Anlagen der maltesischen Inseln. Die Pfarrkirche steht am Misraħ ir-Repubblika und bildet einen späteren, religiösen Mittelpunkt des Ortes.
Vier megalithische Strukturen
Heritage Malta beschreibt Tarxien als Anlage aus vier megalithischen Strukturen, auch wenn drei Tempel auf den ersten Blick klar erkennbar sind. Sie entstanden in der Jungsteinzeit, ungefähr zwischen 3600 und 2500 v. Chr., und wurden in der Bronzezeit weiter genutzt. Das erklärt, weshalb der Ort nicht nur aus einem einzelnen Tempel besteht: Die Bauten bilden einen größeren Komplex mit unterschiedlichen Bauphasen.
Besonders anschaulich sind die Reliefs des Südtempels. In Stein gehauene Tiere und spiralförmige Motive gehören zu den auffälligen Details der Anlage. Der Zentraltempel besitzt sechs halbkreisförmige Kammern und eine für Malta ungewöhnlich komplexe Architektur. Die räumliche Abfolge lässt sich auf den vorgesehenen Wegen innerhalb und außerhalb der Anlage betrachten. Ein Schutzdach bewahrt die archäologischen Reste vor Witterungseinflüssen.
Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe der Megalithischen Tempel Maltas. Der Tarxien-Tempelkomplex fasst mehrere Strukturen in einem archäologischen Gelände zusammen.
Die Pfarrkirche Mariä Verkündigung
Ein anderes Bild der Ortsgeschichte vermittelt die Pfarrkirche Mariä Verkündigung am Misraħ ir-Repubblika. Die National Inventory of the Cultural Property of the Maltese Islands führt sie für Tarxien und beschreibt den heutigen Bau als wahrscheinlich auf das Jahr 1610 zurückgehend. Viele spätere architektonische Eingriffe haben nach Einschätzung des Inventars nur wenig vom ursprünglichen Grundriss erhalten.
Die Fassade ist in drei Achsen gegliedert. Dorische Pilaster auf Sockeln rahmen die Bereiche; darüber verbindet ein kräftiges Gesims die unteren und oberen Fassadenteile. Seitlich schließen quadratische Glockentürme mit dreieckigen Spitzen ab. In der Mitte hebt sich ein rundbogiges Portal mit steinerner Inschrift hervor. Das Inventar verzeichnet die Kirche mit Schutzgrad 1.
Ein Ort, zwei Zeitschichten
Die vorgeschichtlichen Monumente und die Pfarrkirche stehen für unterschiedliche Funktionen und Epochen: gemeinschaftliche Ritualarchitektur einerseits, katholisches Gemeindeleben andererseits. Weitere Ziele im Süden Maltas sind Paola, Żejtun und Fgura. Tarxien liegt auf der Hauptinsel Malta, wo prähistorische Tempelanlagen und Kirchen aus späteren Jahrhunderten die unterschiedlichen Zeitschichten der Inselgeschichte zeigen.