Salzpfannen von Xwejni: Gozos Küstenhandwerk
An Gozos Nordküste liegen die Salzpfannen von Xwejni westlich von Marsalforn. Die Küstenlinie führt von der Qbajjar Bay weiter zu den Pfannen bei Xwejni. Flache, in den Kalkstein gehauene Becken bilden ein Schachbrettmuster, das sich über etwa drei Kilometer entlang der Küste erstreckt. Die Anlage verbindet die Küstenlandschaft mit einer bis heute gepflegten Form der Salzgewinnung.
Meerwasser wird zu Meersalz
Meerwasser wird in flachen Kalksteinbecken gesammelt. Die Wärme der Sonne lässt es über mehrere Tage verdunsten; zurück bleiben Salzkristalle. Die Ernte findet gewöhnlich von Mitte Mai bis September statt. Im Sommer wiederholt sich der Verdunstungs- und Erntevorgang mehrfach. Die Becken bleiben das ganze Jahr über als Küstenformation sichtbar, auch außerhalb der Erntezeit. Anschließend wird das Salz getrocknet und in Höhlen im Küstenfels gelagert.
Die ungefähr 350 Jahre alten Pfannen werden von Familien aus der Umgebung genutzt. Die Familie Cini ist seit den 1860er-Jahren mit der Ernte verbunden. Auch Josephine Xuereb setzt sie mit ihrer Familie fort. Das gewonnene Salz wird in Geschäften vor Ort und mitunter am Straßenrand verkauft.
Eine empfindliche Küstenanlage
Die flachen Becken sind durch schmale Felsrücken voneinander getrennt. Sie reichen dicht an das Meer und bilden zusammen das regelmäßige Muster der Anlage. Wer die Küste besucht, sollte die Salzpfannen nicht betreten. So bleiben die von Hand angelegten Strukturen unbeschädigt.
Salzpfannen im Norden Gozos
Östlich der Pfannen liegt Marsalforn; Gozo ist die zweitgrößte Insel des maltesischen Archipels. Auf Gozo liegt auch die Schlucht Wied il-Għasri, deren enger Talboden zum Meer führt. Wer die Nordküste zu Fuß erkundet, findet weitere Routen beim Wandern auf Gozo.
Die Technik der Meersalzgewinnung reicht bis in phönizische Zeit zurück und wurde in der Römerzeit weiterentwickelt. Die Salzpfannen gelten als lokales Kulturerbe und zeigen, wie Familien das Küstenhandwerk über Generationen fortführen. Die Methode ist damit deutlich älter als die rund 350 Jahre alte erhaltene Anlage.