Wied il-Għasri: Schlucht und Kiesbucht auf Gozo
Wied il-Għasri zieht sich von Ta’ Dbieġi durch l-Għasri zwischen iż-Żebbuġ und Ta’ Ġurdan bis zum Meer. Die schmale Schlucht endet unter hohen Klippen an einer kleinen Kiesbucht.
Der Weg zur Kiesbucht
In die Klippe gehauene Stufen führen hinunter zum schmalen, abgeschiedenen Kiesstrand am Talende. Bei ruhigem Wetter ist dort Schwimmen möglich. An windigen Tagen schlägt das Meer gegen die Klippen; dann lässt sich die Brandung aus sicherem Abstand beobachten. Die Unterwasserhöhlen der Küste ziehen Taucher an und bilden einen eigenen Aspekt des felsigen Küstenraums.
Gestein und Pflanzen
Die Schlucht schneidet durch den unteren Coralline Limestone und den darüberliegenden Globigerina Limestone. Diese übereinanderliegenden Gesteinsschichten bilden die hohen Talwände. An den Trockenmauern wachsen Feigenkakteen und Kapern; im späten Frühjahr blühen rote Mohnblumen. Die Pflanzen und die geologischen Schichten geben dem Tal je nach Jahreszeit ein anderes Erscheinungsbild. Spaziergänge und Radtouren bieten sich besonders im Winter und Frühjahr an.
Schacht und Salzgewinnung
Nahe der Mündung reicht ein in den Fels gegrabener Schacht bis zur Oberkante der steilen Klippen. Mit Seilen und Eimern wurde Meerwasser heraufgezogen, um benachbarte Salzpfannen zu füllen. Die Anlage zeigt, wie die steile Küste neben dem Zugang zum Meer auch der Salzgewinnung diente.
Die größte zusammenhängende Ansammlung gozitanischer Salzpfannen liegt an der Nordküste zwischen Xwejni und Wied il-Għasri, entlang der Straße, die von Marsalforn nach Żebbuġ führt. Die geordneten Becken bilden ein markantes geometrisches Muster in der Küstenlandschaft, das viele Besucher und Wanderer anzieht. Die heutigen Pfannen verbinden die lange Geschichte der Salzgewinnung mit einer weiterhin lebendigen Familienarbeit: Das Handwerk wird von Generation zu Generation weitergegeben. Im Sommer wird das Salz von Hand geerntet; nach der Saison reparieren die Familien die Becken gegen Wind- und Meereseinwirkung. Wanderer und Radfahrer folgen der Küste an den Pfannen entlang; auch Wanderungen auf Gozo erschließen diesen Küstenabschnitt. Weniger bekannte, heute nicht mehr betriebene Anlagen auf Gozo liegen bei Xatt l-Aħmar und Xlendi.