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MUŻA: Kunstmuseum in Valletta

MUŻA – The National Community Art Museum – verbindet in Valletta die Geschichte des Kunstsammelns mit einem Rundgang durch die Bild- und Objektkultur Maltas. Das Museum befindet sich in der Auberge d’Italie, einem Gebäude aus dem späten 16. Jahrhundert, das ursprünglich für die italienischen Ritter des Johanniterordens errichtet wurde. Seit seiner Öffnung im Jahr 2018 führt MUŻA die frühere nationale Kunstsammlung weiter, die zuvor im Admiralty House gezeigt wurde. Der Ort selbst schlägt also eine Brücke zwischen Ordenszeit und heutiger Kunstvermittlung.

Auberge d’Italie in Valletta, Aufnahme 2011 Fassade der Auberge d’Italie in Valletta auf einer Aufnahme von 2011. Foto: geographystudents · CC BY 2.0 (verkleinert)

Eine Sammlung über viele Medien und Epochen

Die Sammlung reicht vom 15. bis ins frühe 21. Jahrhundert und umfasst Gemälde, Skulpturen, Möbel, Silber, Keramik, maiolica, Schmuck, Druckgrafik, Fotografien und Videokunst. Die Vielfalt der Medien macht unterschiedliche Funktionen von Kunst sichtbar: religiöse Ausstattung, repräsentative Porträts, Gebrauchsobjekte und moderne Bildsprachen stehen in einem gemeinsamen Rundgang.

Malta im mediterranen Austausch

Die Ausstellungen ordnen die Werke überwiegend chronologisch und setzen thematische Schwerpunkte. Frühere Abschnitte führen durch prähistorische, punische, römische, arabische und frühmittelalterliche Epochen; anschließend werden Renaissancewerke sichtbar, die vielfach mit den kulturellen Beziehungen zu Sizilien verbunden sind. Die geografische Lage Maltas zwischen Europa, Nordafrika und dem östlichen Mittelmeer ist dabei mehr als eine Kulisse: Sie erklärt, weshalb sich unterschiedliche Bildtraditionen und politische Einflüsse in der Kunst begegnen.

Der Barock bildet einen großen Schwerpunkt. Mit der Ankunft des Johanniterordens im Jahr 1530 verdichtete sich die Verbindung zu Künstlern aus Kontinentaleuropa. In den Galerien stehen unter anderem Werke von Mattia Preti, Filippo Paladini, Guido Reni, Jusepe de Ribera, Antoine Favray und Melchiorre Cafà. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich religiöser Auftragskunst mit weltlichen Porträts und Gegenständen: Er zeigt, wie Kunst sowohl Frömmigkeit und Ordensrepräsentation als auch Alltag und Status ausdrückte. Für die Geschichte der Auberge d’Italie bietet der Artikel zur Auberge d’Italie einen ergänzenden Blick auf das Gebäude.

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Von der britischen Zeit bis zur Moderne

Das Museum verfolgt Maltas Kunstgeschichte über die britische Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit 1964 und in die Gegenwart. Porträts, Stadt- und Landschaftsbilder sowie Alltagsszenen von lokalen und auswärtigen Künstlern dokumentieren Veränderungen der Gesellschaft und des Blicks auf die Inseln. Ein Aquarell J. M. W. Turners steht für die britische Romantik. In den Räumen zur Kunst des 20. Jahrhunderts finden sich moderne Bewegungen, darunter Arbeiten von Edward Caruana Dingli, Anton Inglott, Antonio Sciortino und Victor Pasmore. An Pasmore lässt sich die Hinwendung zu abstrakten Formen und neuen visuellen Sprachen ablesen.

Besuch und Einordnung

MUŻA liegt in der Merchants Street innerhalb des historischen Straßennetzes von Valletta. Der Museumsbesuch lässt sich daher mit den nahe gelegenen Ordensbauten, Plätzen und Kirchen der Hauptstadt verbinden. Die Lage in der früheren Auberge d’Italie macht das Gebäude selbst zu einem Teil des Rundgangs durch die Stadtgeschichte.

Im früheren Standort der Sammlung, dem Admiralty House, war das nationale Kunstmuseum anders in der Stadt verortet. Weitere Häuser verteilen sich über die Inseln; einige davon versammelt die Seite zu Museen auf Malta. Vallettas Geschichte und Stadtstruktur bilden den urbanen Rahmen für MUŻA in der Auberge d’Italie.