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Malta Maritime Museum: Geschichte in Birgu

Das Malta Maritime Museum liegt in Birgu am Grand Harbour. Am selben Ort folgte auf das Galeerenarsenal der Johanniter im britischen Zeitalter eine Marinebäckerei und später die museale Nutzung. Das heutige Gebäude entstand als Royal Naval Bakery, die Brot und Proviant für die Flotte lieferte. Das Museum ist während einer umfassenden Erneuerung vorübergehend geschlossen. Seine historische Sammlung spannt einen Bogen von der frühen Seefahrt bis zu den Seekonflikten des 20. Jahrhunderts.

Arsenalstandort und Marinebäckerei

Während der Herrschaft des Johanniterordens befand sich hier das Galeerenarsenal, in dem die Flotte gebaut und unterhalten wurde. 1844 beaufsichtigte der Architekt William Scamp den Bau der Royal Naval Bakery. In ihrer Blütezeit backten die Öfen täglich Tausende Brote für die Royal Navy. Diese Funktionen erzählen von Birgus Lage am Hafen: Werften, Versorgungsbauten und später kulturelle Einrichtungen folgten aufeinander, während das Ufer ein wichtiger Arbeitsraum blieb. Nach dem Ende der britischen Militärpräsenz 1979 erhielt das Gebäude eine kulturelle Nutzung.

Boote und maritime Sammlung

Das Museum bewahrt eine Sammlung traditioneller maltesischer Boote. Heritage Malta berichtete von sechzig Booten in Originalgröße; einzelne stammen mindestens aus dem Jahr 1870. Zusammen geben die Boote Einblick in verschiedene Aufgaben auf und rund um die Insel: Passagierverkehr im Grand Harbour, Fischerei entlang der Küsten und die Verbindung zwischen Malta und Gozo. Die Forschung zu Maltas Bootsbautradition unterscheidet unter anderem die dgħajsa tal-pass als Passagierboot, die ferilla, den kajjikk, das Gozo-Boot tal-latini und den luzzu als wichtiges Fischereifahrzeug. Das Gozo-Boot tal-latini entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert aus der xprunara und verband mit zwei Masten Malta und Gozo. Der luzzu entwickelte sich aus dem italienischen gozzo zum verbreiteten maltesischen Fischereiboot. Diese Formen stehen für über Generationen angepasste Lösungen an die jeweiligen Gewässer und Nutzungen.

Die Bootsreihe ergänzt die weiteren Sammlungsbereiche des Hauses. Schiffsmodelle, historische Dokumente und größere Einzelstücke erzählen von Handel, Seefahrt, Hafenarbeit und militärischer Präsenz. Ein römischer Anker, ein großes Schiffsmodell des Johanniterordens, Kanonen sowie die Galionsfigur des britischen Kriegsschiffs HMS Hibernia verknüpfen die Inselgeschichte mit den größeren Flotten und Mächten des Mittelmeers. So bleibt die maritime Geschichte nicht auf Seeschlachten beschränkt: Sie umfasst auch Verkehr, Handwerk, Fischerei und die Versorgung der Schiffe.

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Vom Versorgungsbau zum Museum

Das Malta Maritime Museum öffnete 1992. Seine Artefakte und Dokumente ordnen maritime Entwicklungen von den frühen Zeiten bis in das 20. Jahrhundert ein. Der frühere Backbetrieb und die Bootsbestände ergänzen diesen Überblick um anschauliche Objekte und Arbeitszusammenhänge. Die Erneuerung soll die Geschichte Maltas und seiner Bevölkerung neu darstellen.

Birgu und der Grand Harbour

Das Haus liegt im historischen Hafenort Birgu, einem Teil der Three Cities. Auf der gegenüberliegenden Hafenseite liegt Valletta. Die maltesische Geschichte verbindet diese Orte mit der Herrschaft des Johanniterordens und der britischen Zeit. Diese Lage erklärt, warum Sammlung und Gebäude gemeinsam von Bootsbau, Hafenverkehr und wechselnden Seemächten erzählen.