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Fort St. Angelo in Birgu

Fort St. Angelo steht am Ende der Birgu-Halbinsel und überblickt den Grand Harbour. Die Lage erklärt die lange militärische Bedeutung des Ortes: Wer den Hafen sichern wollte, kontrollierte einen der wichtigsten natürlichen Ankerplätze Maltas. Die Geschichte der Festung reicht mindestens bis ins Mittelalter zurück. 1274 ist eine Anlage namens Castrum Maris belegt; sie bestand damals aus zwei umfriedeten Bereichen und diente den sizilianischen Herrschern als Stützpunkt ihrer Interessen auf den Inseln.

Luftaufnahme von Fort St. Angelo an der Spitze der Halbinsel von Birgu. Fort St. Angelo am Grand Harbour in Birgu. Foto: FritzPhotography / CC BY-SA 4.0; Größenanpassung.

Vom Castrum Maris zum Hauptquartier des Ordens

Nach der Ankunft des Johanniterordens 1530 erhielt die Anlage den Namen Fort St. Angelo und wurde zum Hauptquartier des Ordens. Die Ritter bauten sie umfangreich um und ergänzten Artillerieplattformen. Damit hielt das bastionierte Verteidigungssystem auf Malta Einzug. Während der Großen Belagerung von 1565 spielte das Fort eine zentrale Rolle bei der Verteidigung des Grand Harbour. Seine Geschichte ist deshalb eng mit der politischen und militärischen Auseinandersetzung um die Herrschaft über die Inseln verbunden.

Im späten 17. Jahrhundert veränderte der Militäringenieur Carlos Grunenbergh die Anlage erneut. 1689 entstand eine starke Küstenbefestigung mit vier Geschützplattformen, die zusammen ungefähr fünfzig Artilleriestücke aufnehmen konnten. Seine Form entwickelte sich mit den technischen Anforderungen der Küstenverteidigung weiter. Artillerie, Bastionen und die Ausrichtung auf Hafen und See sind bis heute wichtige Elemente der baulichen Einordnung.

Britische Marine und Zweiter Weltkrieg

1906 verlegte die Royal Navy ihr Mittelmeer-Kommando in das Fort, das als Flottenstützpunkt diente. 1912 wurde es in HMS Egmont umbenannt, 1933 in HMS St Angelo. Während des Zweiten Weltkriegs trafen 69 Bomben das Fort direkt. Die britische Marine nutzte die Anlage weiter als Stützpunkt, bis im März 1979 die letzten ausländischen Streitkräfte Malta verließen. Diese jüngeren Nutzungsphasen ergänzen die oft auf die Johanniterzeit konzentrierte Erzählung um die Geschichte des britischen Empire und des Krieges.

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Besuchsräume und Zugänge

Heute beherbergt das Fort ein Interpretationszentrum, Ausstellungen und historische Artillerie. Der obere Teil umfasst den Magistralpalast, den Keep und die St Anne-Kapelle; er ist Besuchern zugänglich. Die Anlage bietet Ausblicke auf den Grand Harbour und die befestigten Städte ringsum. Der Zugang zum oberen Fort erfolgt über Stufen. Elektrische Hilfsfahrzeuge unterstützen Rollstuhlnutzer in den betreuten Bereichen; bei schlechtem Wetter bleiben sie aus Sicherheitsgründen außer Betrieb.

Fort St. Angelo liegt an der Spitze der Birgu-Halbinsel; gegenüber, an der Nordseite des Grand Harbour, steht Fort St. Elmo in Valletta. Zusammen mit weiteren Befestigungen Maltas sicherten diese Anlagen die Hafenbecken und ihre Zugänge. Auf derselben Halbinsel folgten Castrum Maris, Ordenshauptquartier, britischer Marinestützpunkt und heutiger Museumsbereich aufeinander.