Munxar: Dorfkern und Landschaft im Süden Gozos
Munxar liegt auf Gozo zwischen den Hängen zweier Täler. Der maltesische Ortsname bedeutet „Bügelsäge“ und bezieht sich wahrscheinlich auf den Blick von den Bardan Heights auf gezackte Klippen. Als „il monxar“ erscheint der Name erstmals 1584 in einer notariellen Urkunde; damals lebten dort nur wenige Familien.
Dorfplatz und Pfarrkirche
Die barocke Pfarrkirche aus maltesischem Stein ist dem heiligen Paulus gewidmet. Sie wurde zwischen 1914 und 1925 gebaut; im Dezember 1957 wurde Munxar eine eigenständige Pfarrei. Die Kirche steht an einem der großen Dorfplätze Gozos. Von dort führt der Zugang zu 25 Meter langen Schutzräumen aus dem Zweiten Weltkrieg. Arbeiter des damaligen Public Works Department gruben sie 1942 unter Leitung des Architekten Guzeppi Savona.
Das Patrozinium fällt offiziell auf den 10. Februar, zugleich ein Nationalfeiertag. Munxars Dorffest wird jedoch am dritten Sonntag im Mai begangen, wenn das Wetter günstiger ist. Die Feier verbindet den Kirchenkalender mit dem örtlichen Gemeinschaftsleben.
Weiter südlich erheben sich die Sanap Cliffs über dem Mittelmeer; ein Weg führt von dort zur Bucht von Xlendi. Der Küstenort Xlendi gehört zum Verwaltungsgebiet des Munxar Local Council und liegt in einem fjordähnlichen Einschnitt zwischen hohen Felsen. Dorfkern, Klippen und Bucht sind dadurch eng verbunden.
Joseph Aquilina und die maltesische Sprache
Der Sprachwissenschaftler Joseph Aquilina wurde am 7. April 1911 in Munxar geboren. Er studierte in London und wurde später Dekan der Faculty of Arts der Universität Malta. Zu seinen zahlreichen Arbeiten über Literatur, Kritik, Drama, Linguistik und Religion zählt das umfangreiche Maltese-English Dictionary zu den bekanntesten. Sein Lebensweg verbindet das kleine Dorf mit der akademischen Sprachforschung auf Malta.
Sanap Cliffs geben dem südlichen Teil der Gemeinde eine offene Küstenperspektive. Die Gemeinde Ta’ Sannat liegt ebenfalls im Süden Gozos und ist durch das Ta’ Ċenċ-Plateau und seine Klippen geprägt; Xlendi zeigt den Übergang vom Tal zum Meer. Munxars Pfarrkirche und ihre eigenständige Gemeindechronik setzen dazu einen deutlich anderen Schwerpunkt.