Sannat: Dorfkern und Landschaft im Süden Gozos
Sannat liegt im Süden Gozos. Das Dorf ist mit dem Hochplateau von Ta’ Ċenċ verbunden: Dort liegen die höchsten Klippen Gozos, eine artenreiche Garigue und prähistorische Überreste. Auch die Pfarrkirche der heiligen Margareta erzählt von der Entwicklung des Ortes.
Die Pfarrkirche St Margaret
Sannat wurde 1688 eine eigenständige Pfarrei und gehörte damit zu den ersten Dörfern Gozos mit eigener Pfarrei. Die heutige Kirche entstand ab 1718 am Ort eines älteren Gotteshauses. 1755 wurde sie geweiht; nach umfangreichen baulichen Veränderungen folgte 1868 eine erneute Weihe. Das Altarbild stammt von Stefano Erardi.
Ta’ Ċenċ: Hochplateau und Klippen
Am Rand des Dorfes liegt das Plateau von Ta’ Ċenċ. Die typische maltesische Garigue ist reich an Pflanzen- und Tierleben. Zu den archäologischen Zeugnissen gehören Reste des Tempels L-Imramma und drei Dolmen. Ihre grob behauenen, waagerechten Kalksteinplatten ruhen auf drei Seiten auf aufrecht stehenden Steinblöcken. Die höchste Klippenküste Gozos bildet den markanten Rand des Plateaus. Von dort öffnet sich der Blick über das Hanżira-Tal, dessen steile Felswände Ta’ Sannat von ix-Xewkija trennen. Das Tal führt hinunter zur Bucht Mġarr ix-Xini. Plateau, Tal und Küste bilden damit eine zusammenhängende Landschaft, die Sannats Lage im Süden Gozos verständlich macht.
Sannat im Zusammenhang mit Gozo
Im Vergleich mit Victoria, dem zentralen urbanen Zentrum Gozos, zeigt Sannat eine ländliche Ortsstruktur nahe der südlichen Küstenlandschaft. Għarb und Xagħra ergänzen den Vergleich um Dörfer in anderen Teilen der Insel. Das jährliche Dorffest findet in der Woche vor dem zweiten Sonntag im Juli statt. Neben der Kirche stehen vier verwitterte Heiligenstatuen, die früher den Parvis schmückten. An ihnen ist das ursprüngliche Steinhandwerk noch erkennbar. Die Pfarrkirche erhebt sich über einem Treppenparvis; ihre symmetrische Fassade und fein gearbeiteten Steinflächen sind Merkmale des gozitischen Barock. Auf der Straße zur Bucht Mġarr ix-Xini stehen zwei traditionelle Öfen, in denen Kalkstein gebrannt und zu Kalkpulver verarbeitet wurde.