Pembroke: Militärgeschichte und Küstenlandschaft
Pembroke liegt an Maltas Nordostküste und grenzt an St Julian’s und die St George’s Bay. Seine Militärgeschichte ist an mehreren Küstenbauten ablesbar: Der Madliena-Turm gehört zu einer frühen Wachkette, während Geschütz- und Verteidigungsstellungen sowie eine Militärbrücke von späteren Nutzungen des Geländes erzählen.
Madliena Tower und die Küstenwache
Der Madliena-Turm steht auf erhöhtem Gelände über der Küste, westlich von Ras l-Irqiqa. Grand Master De Redin ließ ihn 1658 als Teil eines weitreichenden Netzes von Wachtürmen errichten. Die Wachposten lagen so, dass sie einander sehen konnten; die Kette verlief entlang der Nordostküste Maltas. So konnten benachbarte Posten die Küste in einer zusammenhängenden Sichtkette beobachten.
Der quadratische Bau besitzt zwei übereinanderliegende Räume. Der untere diente als Magazin, der obere als Unterkunft. Darüber liegt eine offene Dachterrasse mit Brüstung, die über einen steinernen Turmaufsatz erreichbar ist. Die nach außen abgeschrägte Basis erschwert das Hinaufklettern. Ursprünglich führte der Eingang auf Höhe des ersten Stocks in das Gebäude. Eine Tür im Erdgeschoss kam erst im 19. Jahrhundert hinzu, als das britische Militär den Turm als Ergänzung zu nahe gelegenen Schieß- und Artillerieübungsplätzen nutzte.
Weitere Spuren militärischer Nutzung
Zum historischen Küstenraum gehören auch Verteidigungsbauten aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Strandgeschützstand war für ein 18-Pfünder-Feldgeschütz ausgelegt; solche Stellungen entstanden 1940 bis 1942 an möglichen Landungsstellen. Im Inneren dieses erhaltenen Beispiels ist noch Tarnfarbe zu sehen. Ein weiterer Verteidigungsposten gehörte zum äußeren Schutz des St Andrew’s Military Camp. Seine Schießscharten rundum und der ungewöhnliche Mix aus Steinmauerwerk und Betondach zeigen, wie stark die Bauform auf Rundumverteidigung zugeschnitten war.
Eine Militärbrücke überspannt schwieriges Gelände auf einer früheren Militärstraße über die Ebene von Pembroke. Die Royal Engineers errichteten sie gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, um den Zugang durch das raue Terrain zu erleichtern. Zusammen mit dem Madliena-Turm und den späteren Verteidigungsbauten macht sie deutlich, wie sich die militärische Nutzung von der Küstenbeobachtung bis zur Vorbereitung auf einen möglichen Angriff wandelte.
Pembroke im Nordosten Maltas
Die unterschiedlichen Anlagen stehen für mehrere Etappen der Küstenverteidigung: ein Turm des 17. Jahrhunderts, britische Schieß- und Übungsplätze sowie Bauten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Ihre Lage ordnet Pembroke in ein größeres Küstengebiet ein, das über Sichtlinien, Straßen und Verteidigungsstellungen miteinander verbunden war. Im regionalen Vergleich mit Sliema und dem übrigen Malta tritt die militärische Prägung dieses Orts besonders hervor. Auch das benachbarte St Julian’s gehört zum Nordosten der Insel, doch Pembrokes überlieferte Wach- und Verteidigungsbauten erzählen von einer eigenen Küstengeschichte.