Mellieħa – Höhenort und weitläufige Küstenlandschaft
Mellieħa gehört zu den flächenmäßig größeren Gemeinden Maltas. Das Gebiet umfasst das benachbarte Manikata und reicht vom erhöhten Ortszentrum bis zu mehreren nördlichen Küstenräumen. Ortskern, Sanctuary, ländliche Umgebung und Küste bilden unterschiedliche Teile des weitläufigen Gemeindegebiets. Der Höhenort und die verschiedenen Uferbereiche prägen gemeinsam den Besuch.
Pfarrkirche und Ortsbild von Mellieħa auf Malta
Foto: Julijana Petroska / CC BY-SA 4.0; Größenanpassung.
Geschichte von Siedlung und Landwirtschaft
Frühe Siedlungsspuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Funde wie Gräber, primitive Werkzeuge und Keramik wurden unter anderem bei il-Latnija entdeckt. Während römischer und byzantinischer Zeit lagen Siedlungen in Höhlen über den Tälern; die Bewohner bewirtschafteten Böden mit fließender Bewässerung und nutzten in den Fels gehauene Gräber. Während des Mittelalters und der arabischen Periode war die Gegend verlassen. Die spätere Geschichte ist damit eine Folge von Besiedlung, Rückzug und Wiederbelebung. Der ländliche Charakter blieb in Teilen der Gemeinde erhalten, auch als die Küsten später stärker besucht wurden.
Das alte Sanctuary im Fels
Das Sanctuary of Our Lady of Mellieħa liegt im Dorf und gehört zu den ältesten Marienheiligtümern des Landes. Die Kirche wurde an einer natürlichen Höhle errichtet, die nach lokaler Überlieferung mit den Anfängen des Christentums auf Malta verbunden ist. Ein Dokument von 1436 erwähnt den Ort als eine der frühen Pfarrkirchen. Das heutige Gebäude entstand in mehreren Bauphasen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert; ein Teil der natürlichen Höhle ist im Inneren erhalten. Über Jahrhunderte wurde der Schrein von bedeutenden Persönlichkeiten besucht. Die Verbindung von Höhlenraum und Kirchenbau verleiht dem Sanctuary eine andere räumliche Wirkung als einer freistehenden Pfarrkirche.
Das Sanctuary wurde erweitert, nachdem es 1614 bei einem osmanischen Angriff geplündert und beschädigt worden war. Im Jahr 1644 kam eine Erweiterung hinzu, 1747 wurde das Bauwerk erneut vergrößert und ausgestaltet. Mellieħa wurde 1844 wieder eine eigenständige Pfarrei; Ende des 19. Jahrhunderts entstand zusätzlich eine neue Pfarrkirche für die wachsende Gemeinde. Beide Kirchen stehen für unterschiedliche Rollen: das ältere Heiligtum als Pilgerort und historische Höhlenkirche, die neue Pfarrkirche als Zentrum des heutigen Ortslebens.
Der Höhenort und die Küstenbereiche
Der Ortskern liegt oberhalb der Küste; Manikata bildet einen weiteren, ländlich geprägten Siedlungsraum im Gemeindegebiet. An der Nordküste liegt Għadira Bay, Maltas größte Sandbucht. Direkt dahinter befinden sich Feuchtgebiete und Salzmarschen des 1978 eingerichteten Għadira Nature Reserve, das Zugvögel schützt. Weiter nordwestlich bildet Paradise Bay eine kleine sandige Bucht unter einer steilen Felskulisse; der Zugang führt über eine steile Treppe nahe dem Parkplatz. Damit unterscheiden sich die geschützte, flache Bucht von Għadira und die felsige Einfassung von Paradise Bay klar vom erhöhten Dorfkern.
Im Süden grenzt die Gemeinde San Pawl il-Baħar an Mellieħa. Weiter südlich liegt Mosta im Inselinneren; Mġarr bewahrt ebenfalls einen ländlich geprägten Küstenraum. Mellieħa bildet mit seinen nördlichen Buchten den oberen Teil der Hauptinsel Malta.