Das Hypogäum von Hal-Saflieni
Malta ist voller Zeugnisse seiner wechselvollen Geschichte. Schon seit der Steinzeit ist die Insel von Menschen besiedelt. Wahrscheinlich begünstigt durch den allerorts vorhandenen Sandstein schufen sie Bauwerke, die bis heute Zeugnis ihrer Tätigkeit ablegen. Das Hypogäum von Hal-Saflieni nimmt inzwischen der steinernen Zeitzeugen eine Sonderstellung ein. Es wurde unterirdisch angelegt. Ein unterirdischer Irrgarten beherbergt Säle, Kammern, Gänge, die kunstvoll aus dem Stein gehauen worden sind. Streben, Stützen, Pfeiler gewährleisten die Statik und lassen auf erfahrene Baumeister schließen.
Das Hypogäum von Hal-Saflieni wurde erst 1902 durch einen Zufall entdeckt. Mehrere Jahrtausende blieben die Geheimnisse der unterirdischen Welt der Wissbegier heutiger Erdenbewohner verborgen. Der maltesische Jesuitenpater Sir Zammit begann mit der Erforschung. Er konnte sie nicht zu Ende führen und hinterließ auch keinerlei Aufzeichnungen über seine Forschungsergebnisse.
Es wird angenommen, dass das Hypogäum von Hal-Saflieni zu den ältesten bekannten Kultstätten gehört. Europa kennt keine andere Tempelanlage aus der Jungsteinzeit, die vollständig erhalten blieb. Drei Stockwerke tief haben die damaligen Baumeister diese gewaltige Anlage in den Berg getrieben. Wissenschaftler bescheinigen dem Hypogäum von Hal-Saflieni ein höheres Alter als den Ägyptischen Pyramiden. Über die Nutzung gehen die Annahmen auseinander. Gefundene Skelette lassen an eine Begräbnisstätte glauben, einige architektonische Elemente und die farbliche Gestaltung deuten auf eine Kultstätte hin. Das eine muss das andere nicht ausschließen.
Der Schutz dieses unersetzlichen Kulturerbes verlangt strenge Maßnahmen. Bereits die durch die Atemluft von Besuchern in die unterirdischen Räume getragene Feuchtigkeit beschleunigt Schäden. Nach knapp 80 Jahren musste das Hypogäum von Hal-Saflieni zwecks Konservierung und Restauration schon einmal acht Jahre geschlossen werden.
Die Besichtigung unterliegt heute drakonischen Regelungen.
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